• Ian McDonald - Cyberabad (original title: River of Gods) (2004)

     

    Ian McDonalds “Cyberabad” ist sicherlich ein durchaus phantasievoller und gerade in Bezug auf die detaillierten Beschreibungen diverser imaginärer technischer Erfindungen ein sehr intellektueller und allein von dieser Warte aus betrachtet nicht unrealistischer Roman. Diverse Elemente des Science-Fiction-Genres vermischen sich mit einigen Aspekten der indischen Kultur, zumal die verschiedenen Charaktere aus den unterschiedlichsten Milieus und Regionen stammen, was immerhin für viele abwechslungsreiche episodische Mosaiksteinchen im Gesamtgefüge sorgt.

    Doch was zunächst vielversprechend klingt, wird rasch unglaublich ermüdend. Der Roman ist gespickt mit kompliziertem Vokabular, das sich entweder auf die genannten technischen Elemente oder aber auf diverse indische Kulturaspekte bezieht. So muss der geneigte Leser ständig neue Wörter nachschlagen, was den Lesefluss ganz erheblich beeinträchtigt. Manche Passagen werden dadurch förmlich ungenießbar, wenn der Autor in einem Anflug von fast schon arrogantem Intellekt teils massiv mit unnützen Fremdwörtern um sich wirft.

    Dabei verzettelt sich der intellektuelle Schreiber leider so sehr in den Details und in unnötigen Hintergrundinformationen, dass die eigentliche Geschichte nicht so wirklich ins Rollen kommen möchte. Die neun bis zehn Charaktere, die in diesem Epos näher betrachtet werden, lassen trotz ihrer hohen Anzahl und der Länge des Werkes vor allem an Tiefe vermissen und sind alles Andere als anziehend oder irgendwie faszinierend. Quantität steht hier definitiv über Qualität. Die verschiedenen Handlungsfäden laufen nur schleichend zur Hauptintrige zusammen und viele Passagen wirken daher arg zäh bis belanglos. Abgesehen davon ist die gesamte Geschichte am Ende so übertrieben phantastisch geraten, dass sie im Kontrast zu den präzise beschriebenen politischen, sozialen und technischen Aspekten fast schon asynchron wirkt und streckenweise arg aus der Luft gegriffen erscheint. Der Autor versucht einfach zu viele Themen in seine Geschichte zu integrieren von künstlichen Intelligenzen über postmoderne Geopolitik bis hin zu außerirdischen Phänomenen. Das geht gehörig schief, denn überall wird nur hektisch an der Oberfläche der Dinge gekratzt.

    So überwiegen bei dieser eigentlich innovativen und vielversprechenden Geschichte insgesamt mehr als deutlich die negativen Elemente. Es kostet viel Geduld und Toleranz um es ganz durch das Buch zu schaffen und danach fragt man sich doch, ob man nicht doch seine Zeit verschwendet und umsonst auf ein berauschendes Ende gewartet hat, das den geneigten leidenden Leser für sein starkes Durchhaltevermögen hätte entschädigen können. Unter dem Strich kann ich das Buch trotz seiner zahlreichen Nominierungen und Preise weder Anhängern des Science-Fiction-Genres, noch Begeisterten intellektueller Romane oder Freunden der vielfältigen indischen Kultur empfehlen. Am Ende kann ich diesen Roman lediglich als ambitionierten Fehlkauf abhaken.

    30/100

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  • Genre: Pop / Seventies Rock
    Label: Warner Bros.
    Spielzeit: 06:52
    Band homepage: -

    Tracklist:

    1.      

    1. Never is a Long Time
    2. Love of Your Life
    Red Hot Chili Peppers - Never Is A Long Time / Love Of Your Life 

    Die dritte von insgesamt neun Singles der „I’m With You Outtakes“ aus dem Hause der RED HOT CHILI PEPPERS liefert uns zwei eher durchwachsene Radiorockstücke ab. Die beiden brandneuen Liedern sollten gerade Fans der aktuelleren Alben zusagen, während die Anhänger der frühen Funk, Punk und Rap Sounds abermals in die Röhre blicken und diese Veröffentlichung geflissentlich übergehen können.

    Das erste Stück namens „Never Is A Long Time“ hat einen warmen Retrosound, der an die Rockmusik der späten Fünfziger und der Sechziger erinnert. Man kann diese Art von Musik durchaus mit Künstlern oder Gruppen wie THE BEACH BOYS, THE BEATLES oder auch THE CRICKETS und SUNNY JAMES assoziieren. Obwohl der Refrain des Stückes im Grunde genommen recht einprägsam ist und die Grundidee nicht schlecht wirkt, ist das Endresultat doch etwas blutleer. Es mangelt hier einfach an wahren Emotionen auf der einen Seite und wirklich guten musikalischen Überraschungen auf der anderen. Das Stück hat einfach irgendwie keine richtige Tiefe und ist lediglich ganz nett zum nebenbei hören geeignet.

    Ähnliches gilt für das zweite Stück namens „Love Of Your Life“, das trotz seines kitschigen Titels, der schon eine zuckrige Ballade oder aber ein pathetisch getragenes Lied erwarten lässt, genau in dieselbe Kerbe wie das andere Lied schlägt. Bei diesem Retrorocklied überzeugt immerhin Josh Klinghoffer mit einem wirklich schönen Gitarrensolo, das am Ende leicht lärmig und verzerrt klingt und gar an eine Jazztrompete erinnert. Als ob dies eine Art Startschuss gewesen wäre meldet sich dann auch der Bass etwas jazziger zurück, aber dann ist das Lied auch schon zu Ende und dieser Hauch von Innovation kam letztendlich zu spät.

    Insgesamt ist diese Veröffentlichung wohl die bisher kohärenteste von den drei erschienenen Vinylsingles. Auf der anderen Seite handelt es sich hier aber wohl auch um die bisher langweiligsten Stücke aus den Sessions zum letzten Album. Fans von etwas entspannteren und radiofreundlichen Alben wie eben „Californication“ oder „Stadium Arcadium“ dürften an den beiden Lieder durchaus ihre Freude haben, aber Fans der früheren Tage sollten um diese Veröffentlichung einen großen Bogen machen, wenn sie nicht gerade notorische Allessammler und fanatische Fanboys sind.

    (Online 30. Oktober 2012)

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  • Genre: Pop / Seventies Rock
    Label: Warner Bros.
    Playing time: 06:52
    Band homepage: -

    Tracklist:

    1.      

    1. Never is a Long Time
    2. Love of Your Life
    Red Hot Chili Peppers - Never Is A Long Time/Love Of Your Life 

    RED HOT CHILI PEPPERS’ third out of nine seven-inch singles from the “I’m With You Outtakes” presents two more laid-back radio Rock ballads that should please a lot to the fans of the more recent releases but that may leave fans of the band’s early Funk and Punk sounds rather unimpressed.

     

    “Never is a Long Time” has some warm retro Rock ‘n’ Roll influences that make me think of possible influences from the fifties and sixties by artists and bands such as THE CRICKETS, SUNNY JAMES, THE BEACH BOYS or THE BEATLES. The track has a certain charm and also a somewhat catchy chorus but remains too ordinary and predictable to truly impress. The song also doesn’t have enough emotions to really grip or grow on you and is only of an average quality because of its lack of depth.

     

    “Love of Your Life” makes you either think of a kitsch track or a truly powerful ballad but the final result happens to be none of the above. This song goes in the same direction as the other one and includes a few retro Rock influences from the sixties and seventies. The most outstanding thing about that mellow track is a well done guitar solo by Josh Klinghoffer that truly saves this song. The guitar sounds in fact a little bit noisy but still retro enough to fit to the song. Towards the end of the solo, the strange sounds make me think of a distorted trumpet which gives the song a slight Jazz feeling. After this, the bass guitar also gets a little bit jazzy towards the soft finish but these elements come a little bit too late to put this track on a higher level.

     

    In the end, these two brand new tracks in here fit well together and make this single the most coherently sounding one to date from the series of nine vinyl releases. The two songs are though not spectacular at all. I would only recommend this release to true fans and collectors of the band or to those that happen to have a big crush on records such as “Californication” or “Stadium Arcadium”.

     

    (Online October 30, 2012)

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  • Genre: Pagan Metal / Melodic Death Metal
    Label: Eigenproduktion
    Spielzeit: 26:23
    Band homepage: -

    Tracklist:

    1. Intro
    2. Tükörterem
    3. We Are Gonna Fall
    4. Lezárt Szemek
    5. The Longest Journey (Part I)
    6. We Are Gonna Fall (Demo)

     

    Ankh - Tükörterem 

    ANKH ist eine Band aus Tata in Ungarn, die eine Mischung aus Pagan und Melodic Death Metal spielt. Sechs Jahre nach ihrer Gründung veröffentlicht bringt die Gruppierung ganz in Eigenregie nun ihre erste EP, die Fans von Bands wie ELUVEITIE, ENSIFERUM oder EQUILIBRIUM durchaus zusagen sollte.

    Auf Grund einiger interessanter Einflüsse wie Lagerfeuerakustikgitarren oder gar Obertongesang hat die Band sogar das Potenzial aus der Masse an stilistisch ähnlich orientierten Bands herauszustechen. Auch die Mischung aus englischen und ungarischen Texten zu etwa gleichen Anteilen gibt der Gruppierung einen kleinen Exoten-Bonus, den sie definitiv beibehalten sollte. Musikalisch können bei der Band gerade die ruhigeren Passagen voll überzeugen, in den atmosphärische und fast symphonische Keyboard-Sounds eben auf simple, aber effiziente Akustikgitarren sowie Flöten und Violinen treffen.

    Auf der anderen Seite hat die Band das Problem oft zu viele Ideen in ihre Stücke einzubringen. Manche Lieder wirken dadurch überladen und sobald man an einer bestimmten Passage Gefallen findet, folgt ein rascher Wechsel in ein oft ganz anders geartetes musikalisches Spektrum. Viele Köche verderben halt den Brei und die Band hätte mit all ihren Ideen gewiss ein ganzes Album schreiben können, das doppelt so lang geworden wäre wie diese kleine EP. Zudem werden manche musikalisch durchaus interessanten Momente völlig unter den metallischeren Passagen begraben, da die Produktion aufgrund budgettechnischer Defizite etwas chaotisch klingt. Zudem stört mich bei der Gruppierung auch ein wenig der weibliche Gesang, der irgendwie total kraftlos herüberkommt und am besten ganz aus dem Programm genommen werden sollte.

    Insgesamt hat die Band aber eben doch ihre starken Momente, die gerade in den ruhigeren oder musikalisch exotischen Passagen voll zum Tragen kommen. Man achte beispielsweise einmal auf das wunderbar folkloristisch gehaltene Intro im ersten Teil „The Longest Journey“. Die Gruppierung wirkt mit ihrem durchaus vorhandenen Potenzial ein wenig wie ein ungeschliffener Diamant und man kann den Ungarn nur wünschen, dass sie schon bald richtig glänzen mögen. Wer nun neugierig geworden ist, der kann sich die EP in voller Länge und gratis unter folgendem Link anhören: http://soundcloud.com/ankhtata/sets/t-k-rterem-ep

    (Online 29. Oktober 2012)

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  • Genre: Pagan Metal / Melodic Death Metal
    Label: Self-production
    Playing time: 26:23
    Band homepage: -

    Tracklist:

    1. Intro
    2. Tükörterem
    3. We Are Gonna Fall
    4. Lezárt Szemek
    5. The Longest Journey (Part I)
    6. We Are Gonna Fall (Demo)

     

    Ankh - Tükörterem 

      

    ANKH is a band from Tata, Hungary that mixes in a quite versatile way Pagan Metal with some Melodic Death Metal influences. This EP is the band’s first release since its foundation six years ago and shows that these guys and girls have a lot of potential and are diversified enough to stand out among the countless Folk Metal bands that have emerged from the European underground during the last decade. The band varies its lyrics varies between Hungarian and English language which gives them a little exotic bonus.

     

    The title song “Tükörterem” shows already everything this band is all about and stands as an example for the entire release. The song varies from epic and atmospheric parts carried by some symphonic keyboards melodies that are combined with many melodic Heavy Metal guitar riffs and solos to more brutal parts where the blistering drumming is located somewhere between the Thrash and the Black Metal genre while the vocals fit to the Melodic Death Metal genre. Next to the good but not truly impressive growls, there are also a few female vocals but they sound somewhat thin and can’t convince. The band should even think about taking them off for further releases. A few Folk Metal passages can also be found in the song as we hear a few flute and violin parts but the band still fails to employ them efficiently and these influences are somehow buried underneath the heavier parts of the track. Nevertheless, there is still a little surprise in this song when campfire acoustic guitars suddenly meet strange guttural vocals that remind me of the Mongolian overtone singing. That’s where the band proves its open-minded musical diversity the most. These Hungarians should definitely focus on more folk related parts like this in the future.

     

    Most of the other songs also work with calmer and harder passages. “We Are Not Gonna Fall” starts with one of the record’s very best parts by mixing longing campfire acoustic guitars to beautiful flute sounds before the track gets slowly heavier and ultimately becomes an epic Viking Metal song. The first part of “The Longest Journey” kicks even off as a smooth folk ballad where the musicians really show their skills before the song becomes a gripping Pagan Metal track. I must admit to my surprise that I prefer the calmer parts to the harder moments and the band should focus a little bit more on the more introspective moments.

     

    To keep this short, the band shows its high degree of diversity and employs many great and even surprising ideas as they are not stuck into one or two genres only. The problem is that these newcomers are not yet able to catalyze efficiently all these influences. Many cooks spoil the broth and in this case this means that some songs are overloaded. With all these ideas, the band could have composed an entire album instead or they should have written a few longer songs to bring in all these ideas instead of creating too compact songs with a length around four or five minutes only. The band shines in the calmer moments with amazingly played acoustic guitars that play simple melodies that though work very well. The flute and violin players should still improve their skills but have a lot of potential as well. The symphonic keyboard parts are good but sound a little bit too artificially flavoured from time to time but I’m aware that this is due to budgetary reasons. The overtone singing is very intriguing and should be used on a more frequent basis as the growls are only of an average to good quality while the female vocals can’t convince me at all.

     

    Fans of modern Pagan Metal bands with a couple of Extreme Metal influences such as ELUVEITIE, ENSIFERUM or EQUILIBRIUM should definitely check this Hungarian band out. I will try to follow the band activities as they have loads of potential. Maybe this rough diamond will truly shine one day and let’s not forget that this is only a debut EP.

     

    By the way, the tracks can easily be found on the internet, for example by clicking on the following link: http://soundcloud.com/ankhtata/sets/t-k-rterem-ep 

     

    (Online October 29, 2012)

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