• Kamelot - Silverthorn (2012) (5/10)

    Genre: Symphonic Metal / Power Metal
    Label: Steamhammer
    Spielzeit: 56:20
    Band homepage: Kamelot

    Tracklist:

    1. Manus Die
    2. Sacrimony (Angel Of Afterlife)
    3. Ashes To Ashes
    4. Torn
    5. Song For Jolee
    6. Veritas
    7. My Confession
    8. Silverthorn
    9. Falling Like The Fahrenheit
    10. Solitaire
    11. Prodigal Son
    12. Continuum

     

    Kamelot - Silverthorn

    KAMELOT sind eine dieser Symphonic Power Metal Gruppierungen mit denen viele Leute gut auskommen, da sie eine etwas progressivere Ausrichtung als ihre Kollegen haben und die gängigen Klischees ihrer europäischen Kollegen elegant umschiffen. Nach dem etwas mauen und uninspirierten Vorgänger „Poetry For The Poisoned“ gab es aber auch kritische Stimmen, auf die nun aber größtenteils positive Reaktionen folgten. Der ehemalige und etwas ausgebrannt klingende norwegische Sänger Roy Khan verließ die Band und wurde durch den jungen Schweden Tommy Karevik ersetzt, der mit seiner eigentlichen Hauptband SEVENTH WONDER einige Vorschusslorbeeren bekommen hatte und auch mir sagte diese progressiv angehauchte Gruppierung ganz gut zu.

    Zu meiner negativen Überraschung ist das neue Album allerdings keine Rückkehr zu glorreichen Taten oder eine interessante Neuorientierung, sondern macht einfach dort weiter, wo der Vorgänger aufhörte. Die Band klingt seltsam emotionslos und uninspiriert. Der schwache Gesang überrascht ebenfalls negativ, denn er klingt wie eine blasse Kopie der Vorgängers und hätte ich nicht gewusst, dass in der Band ein scheinbar so wichtiger Besetzungswechsel stattgefunden hatte, dann wäre mir gar nicht aufgefallen, dass da ein neuer Mann am Mikrofon steht und ich hätte lediglich gedacht, dass Roy Khan nun auf jedem Album austauschbarer klingt.

    Das Hauptproblem liegt aber nicht beim Gesang, da muss man den neuen Sänger doch gerechterweise in Schutz nehmen. Das Album krankt daran, dass es völlig überladen ist. Hier bekommt man ein paar nutzlose elektronische Spielereien, die nicht ins Konzept passen. Dort dudelt ein wie aus der Konservendose klingendes Orchester herum, dessen Mitglieder wohl alle mit gebrochenen Gliedern zu spielen scheinen, wenn man nach der völlig abhanden gekommenen Dynamik der Passagen urteilt. Dort taucht plötzlich eine neue Gastsängerin auf, die ein paar Mal ins Mikrofon haucht und dann ebenso rasch wieder verschwindet. Ersetzt wird sie dann mal durch irgendwelchen Hintergrundgesang, der dynamisch wie durch Watte daherkommt oder es gibt alternativ auch einmal einen Kinderchor zu hören. Das alles macht wenig Sinn, klingt oftmals völlig willkürlich zusammengewürfelt, raubt den Liedern ihre Dynamik und dem geneigten Hörer den letzten Nerv. Gegen dieses Album klingt sogar die letzte NIGHTWISH leicht verdaulich. Lediglich die neue WINTERSUN übertrifft das Album in diesem Jahr noch an überambitionnierter Instrumentalakrobatik. Irgendetwas hängen bleibt hier jedenfalls nicht und als einzige positive Passagen bleiben unter dem Strich das Stück „Veritas“, das trotz aller Abwechslung etwas schlüssiger als der Rest klingt und mich persönlich mit meinen begehrten orientalischen Folklorepassagen anzieht und mit Abstrichen die ruhigeren und etwas gothisch angehauchten Passagen des Epos „Prodigal Son“, das insgesamt aber auch viel Leerlauf beinhaltet. Dazu kann man noch anmerken, dass selbst die Songtitel dieses Mal uninspiriert klingen und es so oder so ähnlich schon unzählige Male von anderen und besseren Bands wie EDENBRIDGE oder IRON MAIDEN gab.

    Schlussendlich ist das neue Album zu meiner negativen Überraschung noch einmal ein recht klarer Schritt abwärts auf der Qualitätsleiter und streckenweise geradezu unverdaulich. Viele Köche verderben mir hier den musikalischen Brei auch wenn der harte Kern der Anhänger jetzt Sturm läuft und von progressiven Passagen, abwechslungsreichen neuen Gastmusikern und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung im Bezug zum Vorgänger schwadronieren wird. Ich würde jedem Interessenten jedenfalls erst einmal raten ein paar Lieder Probe zu hören und nicht einfach blind zuzuschlagen. Am Ende ist das Beste am Album noch das gewohnt solide Coverartwork.

    (Online 11. Dezember 2012)

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