• Schandfleck: Wie aus dem ehemaligen Naherholungsgebiet der Diepentalsperre ein vernachlässigtes Sumpfloch wurde

    Liebe Leserinnen und Leser!

    Es ist immer wieder interessant in die Heimat zurück zu kehren. Man trifft viele Freunde und Verwandte, unternimmt viel und schwelgt hin und wieder in Kindheitserinnerungen. Fast jeder Leverkusener kennt sicherlich die Diepentalsperre. Vor zwanzig Jahren kamen Heerscharen von Besuchern aus der ganzen Umgebung und besuchten am Wochenende zu Tausenden das Naherholungsgebiet. Man ging gut essen und lief einmal komplett um den See. Viele Eltern und Großeltern gingen mit ihren Kindern und Enkeln Bötchen fahren. Andere entschieden sich zu angeln, Minigolf zu spielen oder sich im Schwimmbad zu entspannen. Andere Familien zog es gar für mehrere Wochen und Monate auf den Campingplatz oder in die zahlreichen Ferienhäuser. Das Naherholungsgebiet hatte eine gute Reputation und war eine Institution und der Stolz einer ganzen Gemeinde.

    Heute ist davon nichts mehr übrig. Das Restaurant hat längst geschlossen. Bötchen fahren schon lange keine mehr. Fische zum Angeln gibt es immer weniger, da die Seen immer kleiner werden und völlig versumpfen und überwuchern. Der Minigolfplatz und das Schwimmbad werden ebenfalls nicht ausreichend gewartet. Die Besucher bleiben fern und es gehen nur noch ein paar vereinzelte Anwohner und alternde Nostalgiker dort spazieren, was bei den gefährlichen Dornenranken, den kaputten Straßen und dem wild wuchernden Unkraut immer mehr zur Herausforderung wird. Bürokratische Streitereien, mangelnde Motivation und überhebliche Geldgier haben aus dem einstigen Vorzeigegebiet einen Schandfleck gemacht, für den man sich nur noch in Grund und Boden schämen möchte. Es müsste eigentlich längst etwas radikal verändert werden um das Naherholungsgebiet noch irgendwie zu retten, aber man hat immer mehr das Gefühl, dass es dafür längst zu spät ist und Diepentals Zeit einfach abgelaufen ist.

    Wer seit längerer Zeit nicht mehr dort war, darf sich von meinen harten Worten gerne durch die folgenden Bilder überzeugen, die ich im Sommer 2015 geschossen habe.

    Brücke über die Diepentalsperre

    So sieht die Straße aus, welche die beiden Teile der Diepentalsperre trennt. Der Straßenbelag ist kaputt, die Absperrungen sind verrostet und windschief und Autos fahren hier ohnehin keine mehr durch.

    Das ehemalige Seeufer

    Ein Blick auf die Diepentalsperre genügt um zu sehen, wie zugewuchert das Ufer heute aussieht. Vor etwa zehn Jahren reichte das Wasser des Sees noch an den Baumstamm am linken Bildrand heran, wo es sich regelmäßig Angler gemütlich gemacht hatten.

    Enten und Gänse

    Auf der anderen Seite der Diepentalsperre sieht es noch schlimmer aus. Früher war hier ein recht tiefer See, auf dem man problemlos Bötchen fahren konnte. Heute sieht man zugewucherte und verschlammte Inseln im niedrigen verschlackten Wasser. Die Natur hat sich diesen Teil der Talsperre zurückerobert. Ich habe auf diesen Inseln weit über dreißig Graugänse gezählt, die mit ihren Fäkalien die ohnehin desaströse Wasserqualität noch weiter verschlechtern.

    Bootssteg

    Hier ist der ehemalige Bootssteg. Er ist löchrig und windschief und sein Betreten inzwischen so gefährlich, dass er komplett abgesperrt ist. Die uralten Boote, die früher alle paar Jahre neu angestrichen wurden um den falschen Eindruck zu erwecken auf dem aktuellsten Stand zu sein, haben hier seit Jahren nicht mehr angelegt.

    Boote

    Ein paar Meter weiter findet man die Überreste der Boote. Der zugewucherte Bereich, auf dem sie kreuz und quer achtlos hingelegt wurden, war früher ein großer See gewesen.

    Campingplatz

    Einige Meter weiter ist der Campingplatz, auf dem sich tatsächlich noch ein paar Urlauber einfinden. Verschlammte oder zugewucherte Straßen führen an schiefen Zelten und Wagen vorbei, die ringsum von streckenweise meterhohem Unkraut abgegrenzt werden.

    Bank

    Dies ist eine Bank, auf der ich früher oft mit meinen Eltern und Großeltern saß. Daran ist heute nicht mehr zu denken.

    Schöne Aussicht?

    Hier ist eine weitere verblichene und von meterhohem Unkraut umwucherte Bank, auf der man keine schöne Aussicht mehr hat.

    Abfluss

    Das hier ist das Ende der Talsperre. Auch dieser Bereich, der zur anliegenden Wietsche führt, ist völlig zugewuchert. Ein vergessenes Boot, rostige Geländer, meterhohe Gräser und zerbröckelnde Mauern prägen die ehemalige Idylle.

    Anwohner

    Der schlechte Zustand der Diepentalsperre färbt scheinbar auch auf die Grundstücke der Anlieger ab. Die improvisierte Baustelle passt ebenso ins Bild wie die einem unbefahrbaren Flickenteppich gleichende Straße und der verrottete Zaun.

    Pattscheider Dschungel

    Daie hier ist nicht etwa ein Dschungel in Südamerika, sondern ein Teil der Diepentalsperre, der besonders verdeutlicht, dass die Natur sich ihr Territorium zurückholt.

    Diese Bilder stimmen jeden, der dieses Naherholungsgebiet kennt, einfach nur traurig und auch ein wenig wütend. Man kann nur hoffen, dass für diese Gebiet auch wieder bessere Zeiten kommen und es in den nächsten Jahren nicht völlig zerfällt. Damit dieses bescheidene Ziel erreicht wird, braucht es allerdings selbstlose, schlaue und zielstrebige Köpfe und es ist mehr als fraglich, ob es die in dieser Umgebung noch gibt...

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