• Dear readers,

    Here is an old file of an unfinished mafia novel in German entitled ''Der Klan der Caloni'' that I started writing back in 2009 during my last year in Germany just before I started my bachelor program in Canada. I only completed the first three chapters and wrote a few sentences for the fourth one back in the days. I would write such as story better and differently nowadays but I still like the initial concept behind it. I didn't change anything and just wanted to present you the original form of this short document which is already seven years old. Writing is fun and I hope I can write more again and in different languages in the near future. I hope you enjoy this one. 

    Kapitel 1

     

    Dave Harris war ein Mann, der sein Leben in vollen Zügen genoss. Er hatte ein Faible für Schusswaffen, Whiskey, schnelle Autos und schöne Frauen. Neben seinem Beruf als Taxifahrer hatte er noch ein Nebeneinkommen als Bandmitglied in einer Jazz-Band namens „The Red Fox“, wo er erfolgreich Saxophon spielte. Vor nunmehr drei Monaten war er jedoch aus der Band ausgestiegen, um sich seiner Frau und seiner Tochter widmen zu können. Mariah hatte er einst nach einem Konzert in einem schäbigen Pub kennen gelernt und sie hatten sich für den nächsten Abend wieder verabredet gehabt. Es war nicht bei diesem einen Treffen geblieben und vor ziemlich genau einem Jahr hatten sie dann endlich in Chicago bei ihren Verwandten geheiratet. Damals war sie bereits schwanger gewesen und vor sechs Monaten war dann ihre Tochter Sheila zur Welt gekommen. Die beiden hatten jede Menge Stress mit ihrer Tochter, die einige Wochen zu früh geboren worden war, doch die Ärzte hatten es geschafft die Kleine aufzupäppeln. Für den Sommer hatten die drei einen Urlaub geplant, sie wollten sich eine Ferienwohnung an der kanadischen Grenze mieten und die Niagarafälle besichtigen.

    Doch es sollte alles ganz anders kommen.

    Es war an einem schwülen Abend Anfang Juni des Jahres 1932, als der fünfundzwanzig Jahre alte Taxifahrer in die Clinton Street einbog, um dort einen älteren Herrn nach dessen Theaterbesuch absetzen zu können. Die Straße lag verlassen vor ihnen und einige Eichenbäume säumten die breiten Bürgersteige zu beiden Seiten. Sie befanden sich in einem vornehmeren Teil der Stadt, namens South Bay, unweit des Meeres gelegen. Der Himmel war bewölkt und der Wind spielte mit den Ästen der Bäume und fegte altes Zeitungspapier über die Straße. Es lag ein Gewitter in der Luft und das mochte Dave gar nicht, denn der sonst so mutige Mann fürchtete sich davor. Ein Kollege von ihm hatte bei einem schlimmen Unwetter einen Unfall gebaut und war mit voller Geschwindigkeit frontal in eine Häuserwand gefahren. Die Ärzte hatten ihn noch drei Tage im Krankenhaus behalten und Dave war selbst dabei gewesen, als sein Kumpel gestorben war. Die beiden hatten sich bereits seit dem College gekannt, welches sie beide abgebrochen hatte. Sein Kumpel hatte eine Beziehung mit einer Freundin von Mariah gehabt und war zu Daves Konzert gekommen und nur deswegen hatten sich Dave und Mariah, die damals wegen ihrer Freundin mitgekommen war, überhaupt kennen gelernt. Ihre Freundin hatte seinen Kumpel verlassen und war mit einem schmierigen Kerl nach New York durchgebrannt, wo sie ihre Modekollektion durchbringen wollte.

    An all diese Dinge dachte Dave als er den Wagen an der Seite hielt, direkt vor einer kleinen Villa und unweit eines schmiedeeisernen Tores. Es gab noch prächtigere Gebäude in der Nähe, wo die Großindustriellen und Neureichen lebten, ein Stadtteil namens Sandy Hill.

    Der alte Mann hatte Dave die ganze Zeit von Theateraufführungen berichtet, die er bereits in zahlreichen Städten erlebt hatte. Dave hatte nur mit halbem Ohr zugehört und einige Male geistesabwesend genickt, doch dem Kunden war dies nicht aufgefallen und er legte auch noch ein saftiges Trinkgeld zum Preis dazu und verabschiedete sich gut gelaunt. Dave beobachtete, wie der alte Mann durch das schmiedeeiserne Tor schritt und mit schnellem schritt auf sein Haus zusteuerte, in dem noch Lichter brannten. Dort wartete vermutlich seine Frau.

    Dave musste an Mariah denken, die vermutlich auch schon auf ihn wartete. Er blickte auf seine Armbanduhr, die er von seinem Onkel zur Hochzeit geschenkt bekommen hatte. Sein Dienst ging bis Mitternacht, dann musste er den Wagen im Hauptquartier abstellen und sich beim Chef abmelden. Bis dahin hatte er noch gute fünfzig Minuten Zeit.

    Dave hörte seinen Magen knurren und kam auf die Idee sich einen Snack zu holen. Er wollte ohnehin nach Little Italy, denn dort spielte heute Abend eine der erfolgreichsten Theatergruppen der ganzen Region. Den Eintritt konnten sich meist nur Geschäftsmänner und Mafiosi leisten. Die Mafia hatte auch diese Stadt unter Kontrolle, Dave hörte öfters von Erpressungen und Manipulationen, ein Kumpel von ihm arbeitete bei der örtlichen Polizei und hatte ihm mehr als einmal von der hoffnungslosen Situation berichtet. Sein Freund verglich die Gangster mit Ratten, die aus allen Löchern krochen und die Stadt überfluteten.

    Dave verabscheute Verbrechen zutiefst, doch es war ihm egal, wer gerade bei ihm hinten im Wagen saß, so lange er nur zahlen konnte. Er wollte sein Glück dort probieren und vorher einen kurzen Snack beim besten Pizzabäcker der Stadt holen.

    So steuerte er seinen Wagen in Richtung Little Italy, begleitet von einem rollenden Donner. In der Ferne zuckten Blitze wie Greifarme aus dem Himmel. Dave bog nach links ab. Es würde wohl bald anfangen zu regnen.

    Fünf Minuten später fuhr Dave seinen Wagen an die rechte Straßenseite und warf einen skeptischen Blick aus dem Fenster, denn es hatte angefangen zu regnen. Da das Unwetter jedoch noch nicht so stark war, schwang sich Dave aus seinem Wagen und lief schnell in eine kleine Gasse hinein. Dort befand sich die Pizzeria von Antonio, einem alten Freund, den Dave aus seiner Nachbarschaft kannte, wo er mit einigen Freunden eine WG gemietet hatte. Antonio war nun schon knapp über dreißig Jahre alt und hatte Dave das Kochen und Fußball spielen beigebracht. Er hatte oft genug unter dem Klan der Caloni, der führenden Verbrecherorganisation in Little Italy und der ganzen Stadt zu leiden, doch er machte gute Miene zu bösem Spiel, denn auch die Gangster gingen in seiner Pizzeria jetzt täglich ein und aus.

    Als Dave die alte Holztür aufstieß nickte Antonio ihm freundlich zu, da er gerade mit einer jungen Dame sprach, die sich eine Flasche Rotwein bestellt hatte. Die Pizzeria wirkte an diesem Abend düster, nur einige Kerzen standen auf den zahlreichen Tischen und Dave blickte sich genau um. In der hinteren Ecke am Fenster saßen zwei dunkel gekleidete Typen mit kalten Gesichtern. Einer von ihnen paffte eine dicke Zigarre, die bis zur Theke ihren unangenehmen Duft verbreitete. Dave verwettete seinen Arsch darauf, dass die beiden Kerle für die Mafia arbeiteten. Etwas weiter vor ihnen saß die Dame mit dem Rotwein und ihr Freund, rechts neben der Tür spielten drei ältere Kerle Karten und machten dabei den meisten Lärm. Ganz hinten im Raum saß ein angetrunkener und schlafender Kerl, der eine Bierflasche wie einen Rettungsanker umklammert hielt.

    Alles sah ganz normal aus, doch Dave spürte dennoch eine gewisse Spannung. Allerdings fuhr er nie mit einem guten Gefühl nach Little Italy und von daher schob er es auf die Macht der Gewohnheit und trat an die Theke.

    „Mama mia, Dave, wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen?“, fragte Antonio und putzte ein Rotweinglas mit einem alten Spüllappen ab.

    „Ich kann nicht mehr sooft abends hierhin, ich musste die Spätabendschicht übernehmen und mittags will ich einfach bei meiner Frau sein. Sie ist eine ausgezeichnete Köchin.“, gab Dave entschuldigend zurück.

    „Ah, das ist Pech. Wie geht es eurer Bambina?“, fragte Antonio und schickte ein raues und sympathisches Lachen hinterher.

    „Unserer Tochter geht es gut, aber vielleicht kommt ja irgendwann noch mehr Nachwuchs.“, mutmaßte Dave lächelnd.

    „Schön, meine Carla hat es geschafft und ist jetzt auf die Privatschule in Printown gegangen. Und sie hat schon einen Freund, ein netter Bursche.“, freute sich Antonio.

    „Sie hat schon einen Freund? Sie ist doch erst elf Jahre alt.“, grübelte Dave.

    „Amigo, da liegst du falsch, sie ist letzte Woche schon dreizehn Jahre alt geworden. Außerdem, als ich meine Maria kennen gelernt habe, da war ich noch Schreinermeister zur Ausbildung beim alten Emilio. Da war ich gerade mal vierzehn Jahre alt und fünf Jahre später haben wir geheiratet.“

    „Arbeitet deine Frau nicht mehr hier in der Pizzeria?“, fragte Dave und blickte sich nach ihr um. Normalerweise waren die beiden nämlich auch bei der Arbeit unzertrennlich.

    „Sie ist diese Woche bei Verwandten in Alabama. Ihre Stiefschwester hat geheiratet und bekommt in den nächsten Tagen ihr erstes Kind.“, erzählte Antonio mit stolz.

    Im hinteren Raum klingelte das Telefon und Antonio wandte sich mürrisch ab. Er warf sein Spültusch zur Seite und wischte sich seine Hände an der Schürze ab.

    „In letzter Zeit kommen viele Bestellungen. Ich mache deine Pizza wie immer?“, fragte Antonio, der bereits wusste, dass Dave immer die Pizza mit Thunfisch und einer Extraportion Zwiebeln nahm.

    „Ja, heute aber nur eine kleine Pizza.“

    „Bene.“, murmelte Antonio und verließ die Schenke.

    Dave wandte sich um und blickte nach draußen. Dort war der Sturm heftiger geworden und der Wind jagte durch die schmale Gasse und warf das Wasser gegen die Scheiben. Bei dem Wetter ging niemand gerne raus und Dave musste daran denken, dass er gleich wieder in sein Taxi steigen musste. Immerhin waren es nur noch etwas mehr als dreißig Minuten bis zum Ende seiner Arbeitszeit.

    In der hinteren Ecke tauschten die vermeintlichen Mafiosi besorgte Blicke. Sie versuchten leise zu sprechen, doch Dave vernahm dennoch einige geflüsterte Worte der beiden Männer in schwarz.

    „Es liegt etwas in der Luft.... kein gutes Gefühl bei der Sache.“, murmelte der eine Mafiosi, während sich der andere erhob und auf die Toiletten zusteuerte.

    Dave fragte sich, ob ihm hier in der Pizzeria Gefahr drohen könnte. Wen oder was observierten die beiden Kerle? Warum waren sie so nervös?

    In dem Moment kehrte Antonio zurück und machte sich an einem Backofen zu schaffen, während er Daves Pizza noch schnell zubereitete. Nach gut zwei Minuten kehrte der eine Aufpasser von den Toiletten zurück und nickte seinem Kollegen stumm zu. Dieser erhob sich und krempelte den Kragen seiner Jacke behutsam hoch. Mit schnellem Schritt gingen die beiden auf die Tür zu und warfen keinen Blick mehr zurück.

    „Moment, Jungs, ihr müsst noch bezahlen.“, warf Antonio ein.

    Einer der beiden Mafiosi verharrte und drehte sich sehr langsam um. Sein Blick wirkte drohend und kalt. Es wurde plötzlich still in der Pizzeria, sogar die Kartenspieler verstummten für eine Weile und warfen unverhohlene Blicke auf das Geschehen.      

    Langsam schritt der düstere Kerl auf die Theke zu, die alten Dielen knarrten unter seinem Gewicht. Direkt vor der Theke und neben Dave blieb er stehen und griff mit seiner rechten Hand in seine linke innere Jackentasche. Mit einem Ruck zog er einen Gegenstand heraus und Dave schlug das Herz bis zum Hals.

    Doch anstatt der erwarteten Waffe zog der Italiener sein Portmonee hervor und nestelte einige Dollarscheine daraus hervor. Lässig und kühl ließ er das Geld auf die Theke fallen und atmete tief durch. Dann wandte er sich abrupt um und ging zu seinem Kollegen zurück, der bereits die Tür offen hielt. Durch die Öffnung jagte frische Luft in den stickigen Raum. Der Mann an der Tür spuckte seine Zigarre nach draußen in den Regen.

    „Moment, amigos, ihr bekommt noch Wechselgeld.“, traute sich Antonio zu sagen.

    Der düstere Kerl verharrte in seinem Gang und hob langsam eine Hand und winkte ab. Ein Zeichen, dass es bei ihm auf das Geld nicht so genau ankam. Dann ging er durch die offene Tür und nahm noch einen breiten schwarzen Hut vom Haken, den er sich aufsetzte, während sein Kollege ohne Kopfbedeckung durch den Regen gehen musste.

    „Danke, Jungs.“, rief Antonio nach draußen, doch er erhielt keine Reaktion mehr.

    Dave wandte sich Antonio zu und atmete tief durch. Ein Zeichen der Anspannung, die nun von ihm wich, da die beiden mysteriösen Kerle die Pizzeria verlassen hatten. Nun kehrte auch langsam die Geräuschkulisse zurück und die Kartenspieler debattierten über ihre letzten Züge. Sogar der angetrunkene Kerl hatte den Kopf erhoben und raffte sich ächzend von seinem Stuhl hoch, um in Richtung der Toiletten zu torkeln.

    „Da liegt etwas in der Luft, Antonio und ich habe kein gutes Gefühl.“, flüsterte Dave dem Wirt zu, der sich langsam zu ihm herüberbeugte.

    „Die beiden sind aus dem Klan der Caloni. Der eine ist der Neffe des Clansoberhauptes und der andere ein eiskalter Typ namens Andrea Galotti. Ich schätze sie sollen die Region hier sauber halten und überwachen.“

    „Aus welchem Grund?“

    „Die beiden Söhne des Clansoberhauptes sind im Theater. Einer von ihnen ist letztens erst in aller Öffentlichkeit angegriffen worden und ein Bodyguard ist dabei wohl draufgegangen.“

    Antonio räusperte sich und warf einen kurzen Blick auf die Pizza im Ofen. Dann nahm er eine Flasche Whiskey vom Regal und schüttete sich einen doppelten ein. Nervös kippte er den Inhalt herunter und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund.

    „Darf ich dir auch etwas anbieten?“

    „Danke, aber ich muss ja noch fahren.“

    „Ach ja.“, gab Antonio zerstreut zurück und kratzte sich am Kopf.

    Kurz drauf nahm Antonio die Pizza aus dem Ofen und stellte sie auf einen Teller und gab Dave das Essbesteck. Dieser hatte den vorhergegangenen Vorfall fast vergessen und aß genüsslich, während er an seinen Feierabend dachte und daran, dass seine Frau auf ihn wartete. Die beiden hatten in letzter Zeit recht wenig Zeit für sich gehabt.

    Kurz darauf verließ Dave die Pizzeria, nachdem er Antonio ein Trinkgeld spendiert und versprochen hatte am Wochenende mit seiner Frau zurückzukehren. Dave hetzte durch den Regen zur Hauptstraße und setzte sich hinter sein Steuer. Auf dem Beifahrersitz lag noch eine Tageszeitung, die er nun kurz studierte. Nach wenigen Minuten legte er sie wieder zur Seite und warf einen Blick aus dem Autofenster. Schräg gegenüber führte eine Straße zum schönsten Theater der Stadt. Dave sah einige glamouröse, meist schwarze Wagen mit getönten Scheiben am Straßenrand stehen.

    Einige Menschen strömten inzwischen auf die Straße. Die Vorstellung schien beendet zu sein. Doch die Masse verhielt sich ungewöhnlich. Einige Menschen rempelten sich an und hetzten auf die gegenüberliegende Straßenseite, eine Frau stolperte und fiel zu Boden, ein Mann sprang gehetzt über ihren Körper hinweg und jagte in eine Seitengasse.

    Dave fragte sich nach dem Grund für die ganze Hektik. Irgendetwas Schlimmes musste im Theater passiert sein. Gerade verließen mehrere dunkel gekleidete Gestalten das Theater. Die Männer umringten zwei Personen die geduckt in ihrer Mitte liefen. Vermutlich waren dies die beiden Söhne von denen Dave bereits gehört hatte.

    Und plötzlich hörte er einen Schuss. Dann zwei weitere. Einer der Leibwächter stürzte mit einem kurzen Schrei zu Boden, ein weiterer prallte gegen einen der stehenden Wagen und klammerte sich hilflos an ihm fest, bevor er das Gleichgewicht verlor und in eine Pfütze auf dem Bürgersteig fiel. Ein Fahrer riss seine Tür auf und gestikulierte wild, versuchte den Leibwächtern irgendetwas mitzuteilen, als er selbst von einer Kugel getroffen wurde.

    Plötzlich sah Dave auch einen der Schützen. Ein dunkel gekleideter Mann sprang auf dem Dach eines Wohnhauses herum, welches gegenüber des Theaters lag. Dann warf er irgendetwas unter sich in die Menge und hetzte hinter einen Schornstein in Deckung.

    Dave sah seine Vermutung bestätigt, als er ein grelles Licht sah und eine Explosion hörte. Der Angreifer hatte eine Granate geworfen. Die Schreie wurden lauter, von einem anderen Dach warf eine weitere Person eine weitere Granate nach unten, die einen der Wagen traf. Die Mafiosi waren umzingelt.

    Die Explosionswucht der Granate schleuderte den Wagen zur Seite und gegen einen schmiedeeisernen Zaun. Der Wagen fing sofort Feuer und die Panik unter den Menschen verstärkte sich.

    Die Gruppe um die beiden zu schützenden Personen rannte die Straße herab und genau auf Dave zu. Der war von den Vorgängen wie gelähmt und hätte schon längst den Ort des Schreckens verlassen sollen. Jetzt war es vielleicht schon zu spät.

    Plötzlich rannte ein Mann hinter seinem Wagen auf die Straße. Er zielte auf die näher kommende Gruppe und erschoss einen der Bodyguards. Die Gruppe wurde nun von allen Seiten attackiert. Dave duckte sich tiefer in seinen Sitz hinein und betete, dass man ihn oder seinen Wagen bei der Schießerei nicht traf. Wenn er jetzt fliehen würde, könnte man ihn vielleicht für einen der Involvierten, für einen Flüchtenden halten und daher war es wohl das beste für ihn, wenn er sich vorerst ruhig verhielt und auf keinen Fall selbst in das Geschehen eingriff.

    Im Rückspiegel sah er, dass der Angreifer selbst getroffen wurde und zu Boden sank. Die Kugel hatte den Wagen nur knapp verfehlt und Dave sah auch den Schützen, der aus einer Seitengasse kam und auf die Fluchtgruppe zulief. Es war eindeutig der Kerl, der eben noch in der Pizzeria gewesen war und Antonio ein großzügiges Trinkgeld gegeben hatte.

    Doch wo war sein Partner?

    Plötzlich hörte Dave ein Bersten und Splittern, als das Fenster des Beifahrersitzes mit dem Lauf einer Waffe zerstört wurde und eine Hand die Sperre entsicherte und die Tür aufriss. Dave reagierte schnell und griff nach seinem Handschuhfach, wo er aus Sicherheitsgründen immer eine kleinkalibrige Pistole liegen hatte. Doch er konnte die Idee nicht mehr in die Tat umsetzen, denn der Störenfried richtete seine Mündung auf ihn und winkte mit der anderen Hand der flüchtenden Gruppe zu, die über die Straße auf seinen Wagen zueilte. Dabei wurde ein weiterer Bodyguard von einem Kerl angeschossen, der hinter einer großen Mülltonne gelauert hatte und nun die Position wechselte Einige Mafiosi schossen auf ihn, doch er lief geschickt in Deckung und hechtete dann gebückt auf die andere Straßenseite, wo er sich hinter dem Heck eines klapprigen Wagens versteckte, der einige Kugeln abbekam.

    Die Gruppe mit den beiden jungen Mafiosi rannte auf den Wagen zu und ein Bodyguard riss die Tür zum Fond auf. Die beiden Söhne eilten ins Hintere des Wagens, während von der anderen Seite ein Bodyguard zustieg und ein weiterer auf der anderen Seite einstieg und die Söhne in seine Mitte nahm. Einer der beiden war der Typ aus der Pizzeria, ein letzter Bodyguard stand breitbeinig auf der Straße und feuerte in Richtung eines Daches, wo ein Angreifer getroffen wurde und in die Tiefe stürzte. Der Körper wurde von einer Markise aufgefangen und wieder hochgeschleudert, um dann auf das raue Pflaster zu schlagen.

    Der andere Typ aus der Pizzeria warf sich auf den Beifahrersitz und presste Dave die Mündung der Waffe gegen die Schläfe. Während dieser Aktionen waren nur wenige Sekunden vergangen und Dave zitterte vor Angst und wagte es nicht sich zu wehren. Sein Blick fiel kurz auf seine Armbanduhr. Nur noch siebzehn Minuten bis zum Feierabend. Daraus würde jedoch wohl nichts werden,  er durfte froh sein, wenn er mit heiler Haut aus der Sache herauskam.

    „Okay, du tust jetzt genau, was ich dir sage.“, drohte ihm der bewaffnete Kerl und Dave schluckte. Er ruckte unbehaglich auf seinem Sitz herum. Sein Blick fiel auf die zahlreichen anderen Besucher des Theaters, die sich in Hauseingänge drückten oder in ihre noch heilen Wagen sprangen, um die Gegend zu verlassen. Von den unbekannten Angreifern auf den Dächern war derzeit nichts mehr zu sehen oder zu hören. Eine Frau schrie wie vor Entsetzen und hockte mitten auf der Straße vor dem reglosen Körper einen Mannes. Eine weitere junge, gutaussehende Dame hatte sich vollkommen apathisch an eine Häuserwand gelehnt und starrte ins Leere.

    „Hast du mich verstanden, Arschloch?“, fragte der Typ mit der Pistole und riss Dave aus seinen Gedanken. Er hatte keine Wahl und nickte kurz.

    „Okay, dann fahr los.“, schnauzte der Typ mit der Pistole und keifte seinen Kollegen auf der Rückbank einen kurzen Befehl auf Italienisch entgegen.

    Dave bewegte mit zitternder Hand den Zündschlüssel und rutschte ab. Seine Hände waren schweißnass und erst im dritten Versuch schaffte er es den Zündschlüssel herumzudrehen. Der Wagen sprang an.

    Hastig drückte Dave auf das Gaspedal und verließ die Parklücke. Ein Wagen, gesteuert von einem anderen Besucher des Theater führ mitten auf der Straße und direkt auf ihn zu. Im letzten Moment riss der Raser sein Lenkrad herüber und hupte laut, dann schlingerte er zur Seite und fuhr gegen einen parkenden Lastkraftwagen.

    Dave sah im Rückspiegel den letzten Bodyguard, der mitten auf der Straße stand und nach weiteren Gegnern Ausschau hielt, heftig winken, doch für ihn war kein Platz mehr im Wagen. Sein Gesicht war angsterfüllt, als er zum Sprint ansetzte und hinter dem Taxi herrannte. Ein Schuss in den Rücken, abgefeuert von dem Kerl, der erfolgreich die Straßenseite gewechselt hatte, ließ seine Träume zerplatzen. Er streckte mit verwundertem Blick noch seinen rechten Arm aus, als würde er nach dem Wagen greifen und ihn zurückzerren wollen, bevor der Körper auf der Straße aufschlug.

    Auch einer der Söhne hat das Ereignis mitverfolgt und schrie und weinte vor Entsetzen, sein Bodyguard zur Linken sprach beruhigend auf ihn ein. Der andere Sohn saß still und apathisch auf der Rückbank, er war von den Ereignissen mitgenommen und das, obwohl er in einem hart umkämpften und zum Teil grausamen Milieu aufgewachsen war. Dave schätzte die beiden Kerle auf Mitte zwanzig.

    „Wo soll ich hin?“, fragte Dave seinen unerwünschten Beifahrer.

    „Was?! Ist mir drecksegal, fahr hier weg!“, schnauzte der Typ und unterstrich sein Bitte mit einer hektischen Bewegung seiner Pistole.

    Dave bog mit quietschenden Reifen nach rechts ab und heizte eine kurze Erhöhung hoch um dann mit einem Satz über die wieder nach unten führende Straße zu fliegen. Krachend kam der Wagen auf und Dave riss das Lenkrad hart nach links und fuhr mit schlingernden Reifen in einen schmale Seitengasse. Dabei streifte er einen alten Mülleimer, der scheppernd umstürzte. Der Weg war sehr holperig und die seltsame Besatzung des Taxis bekam viel von den Unebenheiten des Bodens ab.

    Dave verließ den Weg und bog auf eine größere Straße ab, doch er hatte im Rückspiegel bereits einen Wagen erspäht, der denselben Weg nahm und sie zu verfolgen schien. Dies hatte auch der ungeduldige Beifahrer bemerkt.

    „Verdammt, wir werden verfolgt!“ 

     

    Kapitel 2

     

    „Geht das nicht schneller, du Bastard?“, fluchte der Beifahrer, der jetzt noch mehr Geduld und Verstand verlor und Dave plötzlich ins Lenkrad griff.

    Dave schlug gegen den Arm und riss das Steuer im letzten Moment herum, sonst wäre der Wagen noch frontal gegen eine Häuserwand gefahren.

    „Lassen Sie das sein!“, fauchte er zurück, bog auf eine breitere Allee ab und fuhr mit quietschenden Reifen in einen neumodischen Kreisverkehr.

    Dave warf einen flüchtigen Blick in den Rückspiegel und identifizierte den Wagen als einen schwarzen Rover, ein Modell mit dem sein Taxi an Schnelligkeit und Eleganz nicht mithalten konnte. Dave fragte sich beunruhigt wie er die Verfolger abschütteln konnte. Ein Vorteil war es für ihn, dass er die Straßen der Stadt wie seine Westentasche kannte und der Gegner vielleicht nicht.

    Dave fuhr nach dem Kreisverkehr geradeaus und heizte einen Hügel hoch, um danach auf eine lange Schnellstraße in Richtung des Hafens abzubiegen. Es handelte sich um ein gefährliches Viertel, wo allerlei grobschlächtige Typen rumliefen, die abends in den Kneipen und Striplokalen illegale Wetten abschlossen oder Drogen verkauften. Dort gab es einige enge Gassen und Dave hoffte dort seine Verfolger abzuhängen.

    Der Rover hinter ihnen zog auf die gegenüberliegende Fahrbahn und plötzlich beugte sich ein Mann mit asiatischen Gesichtszügen aus dem Fenster. In der Hand hielt er eine Maschinenpistole und ließ sogleich eine Ladung Munition über seine Absichten Auskunft geben. Die Kugelgarbe schlug in die Seite des Taxis und Dave kreuzte den Fahrweg des Wagens, sodass der Angreifer kein Ziel mehr von seiner Seite aus attackieren konnte. Im selben Moment erreichten die beiden Wagen eine kleinere Ortschaft namens Bilton, die eine Art Vorort der Hafengegend war und vor allem für ihre moderne Brücke über eine kleine Meeresbucht berühmt war.

    Dave entschloss sich zu einem schnellen Manöver und bog unvermittelt in eine Seitengasse ab und hoffte auf einen Überraschungseffekt. Im Fond wurden die vier ungebetenen Passagiere heftig durchgeschüttelt. Einer der Bodyguards hatte seine Waffe gezogen und versuchte durch die Heckscheibe den verfolgenden Wagen zu treffen.

    Der Rover musste eine Vollbremsung hinlegen und drehte sich um die eigene Achse. Mit aufheulendem Motor vollführte der Fahrer eine riskante Drehung und folgte Dave und den anderen Insassen in die Gasse. Dennoch hatte die Aktion einiges an Zeit gekostet und nun nahm der Bodyguard die Frontscheibe des Verfolgers aufs Korn und zerschoss dabei auch die Heckscheibe des Taxis. Dave rechnete ohnehin damit, dass der Wagen am nächsten Tag auf dem Schrottplatz landen würde – falls er diese Verfolgungsjagd überhaupt überstehen sollte.

    Dave hatte sich kurz nach hinten gedreht um zu sehen, dass der Bodyguard den Rover nicht entscheidend treffen konnte. Die Gasse wurde inzwischen enger und Dave riss auf Grund der kurzen Unaufmerksamkeit so gerade eben noch das Lenkrad herum, um einer Gruppierung von Mülleimern auszuweichen. Aus den Augenwinkeln sah er, wie ein Penner vor ihnen auf der Straße sich mit einem waghalsigen Sprung von der Fahrbahn in einen Hauseingang warf.

    Inzwischen schoss auch aus dem Rover wieder jemand auf das Taxi, doch durch die schnelle Fahrt konnte der Schütze den Wagen nicht entscheidend treffen. Aber die Verfolger holten wieder ständig auf.

    „Verdammt, wir kriegen die Kerle nicht abgeschüttelt. Tu doch was!“, forderte der Beifahrer resolut und zuckte immer wieder nach hinten um die Verfolger im Blickfeld zu behalten.

    „Sie sind der Gangster und nicht ich. Werfen sie eine Granate aus dem Wagen oder was weis ich!“, gab Dave angefressen zurück.

    Der Angesprochene verstand keinen Spaß und richtete die Pistole gegen Dave. Der war inmitten der Hektik jedoch noch erstaunlich gelassen und abgebrüht und lachte nur kalt. Die Gasse machte einen scharfen Knick und Dave musste ein wenig vom Gas gehen.

    „Willst du, dass ich dir das Gehirn auspuste?“, drohte der cholerische Gangster.

    „Wenn Sie das tun, setze ich den Wagen gegen die nächste Wand und wir sind alle tot.“, gab Dave sarkastisch zurück und sah mit Genugtuung, dass der Gangster sich über den angesprochenen Umstand ärgerte. Dave war unfreiwillig in die ganze Situation hineingeraten, doch jetzt saß er zumindest teilweise doch am längeren Hebel.

    „Luca, lass den Fahrer in Ruhe.“, meldete sich ein Bodyguard von hinten und feuerte auf den Rover, der nun ebenfalls den scharfen Knick durchfuhr und in Sichtweite war.

    Plötzlich gab einer der Verfolger aus dem Rover eine Salve auf das Heck des Taxis ab und alle Personen im Fond mussten sich ducken. Der Schrei eines Bodyguards ließ auch Dave handeln, der blitzschnell abtauchte und dabei Glück hatte, da die Salve gegen die Frontscheibe schlug und ihn ansonsten fast selbst erwischt hätte. Der Beifahrer hatte nicht ganz so viel Glück und wurde am Arm durch einen Streifschuss getroffen, da er die Pistole noch gegen Dave gerichtete hatte.

    Mit einem Schmerzensschrei ließ Luca die Waffe fallen und hielt sich den verwundeten Arm, aus dem das Blut rann. Fluchend duckte er sich tiefer in den Sitz und biss die Zähne zusammen. Es hätte ihn noch schlimmer erwischen können.

    Die Gefahr war jedoch noch längste nicht gebannt, denn plötzlich fuhren sie auf eine Kreuzung zu, die von einem parkenden Lkw fast komplett versperrt wurde. Dave musste scharf nach rechts lenken und erkannte, dass er mit dem Lkw dennoch kollidieren würde. Somit griff er zur einzigen Möglichkeit, die ihm noch blieb.

    In einem riskanten Manöver und unter den protestierenden Schreien der Mafiosi riss er das Steuer herum und hob mit den beiden links liegenden Reifen ab. Mit zwei Reifen und in einer waghalsigen schrägen Position rutschte der Wagen an dem Lkw vorbei und kam dann wieder auf allen vier Rädern auf. Dave musste hart am Lenkrad drehen um die nächste Kurve zu kriegen und riskierte dennoch einen Blick in den Rückspiegel.

    Der verfolgende Rover hatte das Manöver nicht mehr rechtzeitig geschafft und war gegen den Lkw geprallt. Man hörte ein lautes Kreischen der Bremsen und Scheppern und im Hintergrund eine Explosion. Dann hatte Dave die Kurve genommen und der Wagen war aus dem Blickfeld verschwunden.

    Im Fond brach bei den Mafiosi Jubel aus, während Luca auf dem Beifahrersitz die gelungene Flucht noch gar nicht richtig realisiert hatte, da er mit seinem Arm beschäftigt war.

    Auch Dave fiel ein Stein vom Herzen, denn die Hektik und der Stress der letzten Minuten fielen ein wenig von ihm ab. Beruhigt war er jedoch immer noch nicht, als er vom Gas ging und auf eine breitere Straße abbog, denn immerhin teilte er seinen Wagen mit fünf Großverbrechern, die zu allem fähig waren. Würden sie ihn jetzt erschießen, da er für sie nicht mehr zu gebrauchen war? Würden sie ihn festhalten und einsperren, weil er ihre Gesichter und teilweise auch die Namen kannte? Wollten sie ihn zu einem Einstieg ins kriminelle Geschäft zwingen?

    „Fahr zurück nach Little Italy.“, forderte einer der Söhne ihn auf. Es war das erste Mal das einer der beiden ein Wort verloren hatte, ihre Gesichter waren bleich vor Schreck und sie waren durchnässt vom Schweiß.

    „Wohin genau?“, hakte Dave nach, der an dem Vorschlag des Jungen zweifelte, da sie wieder in die Nähe des Tatorts fuhren und somit womöglich in die Höhle des Löwen.

    „Vicenca Street. Halte direkt vor der Autowerkstatt.“, gab der Kerl zurück.

    Im Fond hörte er einen Bodyguard mit seinem Schützling tuscheln. Er war wohl nicht begeistert darüber, dass Dave jetzt von dieser Adresse wusste, doch der Sohn des Dons schien seine Meinung ernsthaft zu verteidigen und bekam vom anderen Bodyguard geflüsterte Unterstützung. Dave bekam nicht die gesamte Konversation mit, sondern lediglich einige Gesprächsfetzen.

    Dave gehorchte und fuhr über einige Schleichwege zurück nach Little Italy. Der Fahrtwind schlug ihm durch die Frontscheibe ins Gesicht und auf dem Armaturenbrett lagen zahlreiche Glassplitter, daher ging er jetzt stark vom Gas und hielt sich an alle Verkehrsregeln. Er warf einen flüchtigen Blick auf seine Armbanduhr. Es war jetzt Mitternacht und sein Boss würde sicher nicht mehr lange auf den Wagen warten.

    Auf den Straßen herrschte zu dieser Zeit kaum Verkehr, Dave sah lediglich einige Gestalten aus einschlägigen Pubs schwanken. Kurz darauf hatte er sein Ziel erreicht und hielt in einer düsteren Straße direkt neben einer alten Autowerkstatt. An einem Gitter, hinter dem ein Weg zum Hinterhof zu finden war, sprang ein aggressiver Hund hoch und bellte den Wagen an.

    Die Mafiosi stiegen aus dem Wagen und warfen einige Blicke in verschiedene Richtungen. Der verletzte Kerl wandte sich nochmals zu Dave um und befahl ihm mit barscher Stimme mit seinem Taxi zu warten. 

    Dave spielte mit dem Gedanken einfach loszufahren, aber er machte sich keine Illusionen, denn die Mafia hatte überall ihre Kontakte und würde ihn ohne große Anstrengungen schnell wieder aufspüren. Daher beobachtete er wie die Insassen die Straßenseite wechselten und auf ein größeres Gebäude zugingen, in dessen Erdgeschoss ebenfalls ein Lokal war. Vermutlich war dies ein Stammlokal des Familienoberhauptes, doch man wusste nie so genau, wo sich der Don gerade aufhielt, wenn er nicht in seiner schlossartigen Residenz im hügeligen Edelviertel Sandy Hills war. Die Polizei schaffte es nie ihn zu schnappen und wenn doch war die Beweislage gegen ihn nicht ausreichend und er zog seinen Kopf immer wieder aus der Schlinge.

    Dave beobachtete wie alle Mafiosi bis auf Luca in das Lokal gingen. Der übrig gebliebene Aufpasser baute sich im Türrahmen auf und erweckte den Eindruck, als wäre er ein Türsteher. Er beobachtete das stark demolierte Taxi und zündete sich mit seinem leicht verletzten Arm mühsam eine Zigarette an. Hektisch blies er den blauen Dunst in die Luft, der sich mit den Nebelschleiern in der Straße vermischte.

    Nach einigen weiteren Minuten kam einer der Söhne aus dem Lokal und wechselte einige Sätze mit dem improvisierten Türsteher. Immer wieder blickten die beiden zu dem Taxi herüber. Schließlich verschwand der Sohn des Dons wieder im Lokal und Luca warf seine Zigarette in eine große Pfütze zu seiner linken Seite. Dann winkte er Dave zu. Der verstand die Aufforderung und verließ sein demoliertes Taxi. Nervös überquerte er die Straßenseite und blieb zwei Schritte vor Luca stehen. Der musterte ihn kritisch von oben nach unten und spuckte auf den Boden. Dann lächelte er oberflächlich und nickte Dave zu.

    „Der Don möchte dich gerne persönlich sprechen.“

    Dave schwante Übles, doch er würde in den sauren Apfel beißen müssen, denn er konnte sich jetzt schlecht aus dem Staub machen. So betrat er missmutig das Lokal, in dem nach seinem Eintreten Totenstille herrschte. Alle Anwesenden musterten ihn, manche nachdenklich, andere grimmig und manche auch einfach nur abschätzig.

    Dave nahm die ersten Eindrücke wie ein Schwamm in sich auf. An der Theke saß ein halbstarker und angetrunkener Kerl, der unruhig mit einem Bierdeckel spielte, am Fenster saßen zwei Typen, die von einigen Damen in Netzstrumpfhosen und kurzen Röcken umgeben waren. Weiter hinten saß ein älterer Kerl, der gerade eine Pizza aß, ihm gegenüber war ein zwielichter Typ einige Geldscheine am Zählen.

    Dave ging an der Theke vorbei und fand Augenkontakt mit dem Wirt, der ihn fast mitleidig anguckte und gerade ein Bierglas mit einem dreckigen Lappen abtrocknete. Dave schritt in Begleitung von Luca auf eine schmale Holztür neben der Theke zu, die dieser öffnete und ihm aufhielt. Dave schritt in einen düsteren Gang, in dem sich eine Treppe befand. Doch er ging nicht in ein höheres Stockwerk, sondern schritt einige Stufen in die Tiefe und wandte sich durch einen edlen Perlenvorhang. Dahinter war eine Art Warteraum, in dem auch ein Sessel stand, in dem ein Leibwächter saß, der gerade die Tageszeitung durchblätterte und den beiden Ankömmlingen nur ein flüchtigen Blick zuwarf. Luca ging erneut vor und klopfte an die große Holztür. Ein kratzige Stimme befahl Eintritt und so ging Dave direkt hinein in die Höhle des Löwen. 

     

    Kapitel 3

     

    In dem düsteren Raum standen alle diejenigen versammelt, die eben noch in seinem Taxi gesessen hatten. Die beiden Söhne des Dons hatten auf edlen Ledersesseln Platz genommen. Hinter dem Schreibtisch saß ein dunkel gekleideter Mann, der einen schwarzen Hut trug, der ihm weit ins Gesicht stand. Nur seine harten Lippen, zwischen denen eine Zigarre Platz gefunden hatte, waren für den Betrachter auszumachen. Für Dave gab es keinen Zweifel, dass es sich bei dem Kerl um den Don handelte.

    Das Oberhaupt wies mit seiner kräftigen Hand auf einen freien letzten Sessel zwischen den beiden Söhnen. Dave nickte und verbeugte sich leicht, was ihm zwar komisch vorkam, doch er hatte die Reaktion auch bei Luca bemerkt und wollte durch mangelnden Respekt den Don nicht erzürnen. So nahm Dave in dem bequemen Sessel Platz und betrachtete flüchtig den Raum. In einem Regal an der Wand standen einige alte Bücher, aber auch Bilder von bekannten und verstorbenen Mafiosi. Auf dem Schreibtisch selbst lagen einige Unterlagen und ein offen liegender Ordner, sowie ein edler Füller. Kein Zweifel, der Raum war zwar schlicht, aber dennoch luxuriös eingerichtet. Es war wohl der geheime Arbeitsplatz des Bosses, den man eher nicht im Untergeschoss einer unscheinbaren Wirtschaft vermutet hätte.  

    „Wie heißt du?“, fragte der Don anstelle eines Grußes den Neuankömmling.

    „Ich bin Dave. Dave Harris.“

    Der Don zog an seiner Zigarre, beugte sich über den Schreibtisch und blies den blauen Dunst in das Gesicht seines Gegenübers. Der unterdrückte ein Husten und versuchte das Gesicht des Dons zu mustern, was aber wegen des breitkrempigen Hutes immer noch nicht so recht gelang, denn die Augen blieben im Dunkeln. Lediglich der Ansatz der grauen, kurz geschorenen Haare war zu erkennen.

    „Ich habe die Geschichte gehört, Dave.“, meinte der Don ruhig und verfiel wieder in Schweigen. Dann legte er seine Zigarre zur Seite.

    „Du hast meine Söhnen vielleicht das Leben gerettet.“

    „Man tut, was man kann.“, rutschte es Dave heraus. Sofort biss er sich auf die Zunge. Seine Bemerkung war bestimmt unhöflich und ironisch herübergekommen und er hatte Angst sich zu weit vorgewagt zu haben. Er sollte lieber ruhig sein und abwarten, was der undurchsichtige Don mit ihm vor hatte.

    „Aber das Ganze hat vielleicht auch seinen Preis.“, führte der Don fort.

    Dave wurde aus der Bemerkung nicht wirklich schlau. Wollte der Mafioso ihn womöglich bestrafen oder hier festhalten? Er konnte sich das kaum vorstellen, immer hin hatte er ja nicht gegen den Clan gehandelt, sondern den Nachfahren des Oberhauptes den Allerwertesten gerettet.

    „Lee Kang und seine Leute werden das nicht auf sich sitzen lassen.“

    In Daves Kopf arbeitete es, denn er versuchte den erwähnten Namen irgendwohin zu stecken. Er dachte scharf nach, bis er einen Geistesblitz hatte. Natürlich, Kang galt hinter vorgehaltener Hand als chinesisches Pendant zu Caloni. Die chinesische Großfamilie hatte ihre Macht von Chinatown auf einige andere Stadtviertel ausgeweitet. Ein Kunde hatte Dave mal berichtet, dass ein Neffe des großen Chinesen wegen Schlägereien und Drogenverkaufs mehrfach vorbestraft war. Doch dem Oberhaupt hatte man nie irgendetwas nachweisen können. Dave war wohl versehentlich in die Machtspiele zweier großer krimineller Rivalen hineingeraten. Er hatte sich unbeabsichtigt die eine Seite zum Feind gemacht. Hatte der Don recht? Würde er nicht ungeschoren davon kommen?

    „Ich biete dir eine einmalige Gelegenheit.“, erklärte der Don ruhig und griff wieder nach der Zigarre. Kräftig sog er den Rauch ein und blies ihn genüsslich aus. Er wirkte dabei unglaublich ruhig und schien von dem Überfall auf seine Söhne gar nicht erschrocken oder überrascht zu sein. Er wirkte viel mehr so, als hätte er solche Situationen schon zuhauf miterleben müssen.

    „Du kannst bei uns einsteigen und wir geben deiner Familie, deinen Freunden und dir Schutz. Meine Söhne stehen tief in deiner Schuld. Du hast die Wahl.“

    Dave wurde nervös. Er wollte mit Verbrechern nichts zu tun haben. Er konnte sich einfach nicht vorstellen tagtäglich Leute zu erpressen, illegale Geschäfte zu organisieren oder Autobomben zu bauen. Das war nicht seine Welt, er hatte sich nie mit dem Gesetz angelegt. Auf der anderen Seite würde der Mafiaboss auf eine Ablehnung vermutlich schlecht reagieren. Er hatte viel über die Söhne erfahren, war gewissermaßen im Hauptquartier des versteckten organisierten Verbrechens. Er stellte für Caloni eine Gefahr da, wenn er mit seinem Wissen zur Polizei gehen würde. Er durfte ihn jetzt nicht mehr aus den Augen lassen.

    Wie aber sollte Dave sich entscheiden? Er steckte in einer vertrackten Zwickmühle. Es blieb ihm nach reiflicher Überlegung eigentlich nur eine Wahl. Er musste Bedenkzeit einfordern. Im schlimmsten Fall würde er sich in einigen Tagen mit seiner Frau und Tochter aus dem Staub machen. Das hier war ein gefährliches Pflaster, gerade für ihn. Aber würde der Boss seine Aufschiebungen nicht durchschauen? Der Mann wirkte abgeklärt und ruhig, aber dennoch bestimmend. Er würde sich sicher nicht von einem Typen wie ihm reinlegen lassen. Dennoch wollte Dave einen Vorstoß wagen und brach das drückende Schweigen.

    „Das kann ich nicht jetzt direkt entscheiden.“

    „Du willst Bedenkzeit?“, hakte Caloni nach.

    „Ja, ich... werde mich bald bei ihnen melden“, versprach Dave sehr hastig.

    Caloni erhob sich langsam aus seinem Sessel und wies zur Tür.

    „Bitte, dich hält hier nichts und niemand auf. Aber ich garantiere dir, dass die Chinesen dich nicht davon kommen lassen. Irgendwann wirst du vielleicht unsere Hilfe brauchen. Vergiss mein Angebot nicht. Wir werden dich hier immer mit offenen Armen empfangen.“, sprach der Boss und nickte Luca zu, der Dave wieder nach draußen begleiten sollte. Einer der Söhne begleitete die beiden durch das Lokal zurück zur Straße.

    Dort angekommen atmete Dave tief durch. Er hatte es geschafft und durfte ohne Zwischenfälle und Drohungen gehen. Dennoch fühlte er sich etwas unsicher. Was wenn der Don recht hatte und dieser Kang sich rächen würde? Der Name eines einfachen Taxifahrers ließ sich schnell herausfinden. Dave dachte mit Unbehagen daran, dass einige seiner Kollegen Chinesen waren. Vielleicht hatten sie auch Kontakte zu der Großfamilie aus Chinatown.

    Dave nickte dem Sohn von Caloni zu und verabschiedete sich auch von dem unfreundlichen Leibwächter. Er wollte schon die Straße überqueren, als der Sohn ihn zurückrief. Dave wandte sich mit einem unguten Gefühl um und sah, wie sein Gegenüber im Innenfutter seiner Jacke wühlte. Dann zückte der junge Mafioso einen Umschlag und reichte ihn Dave.

    „Hier drin sind genau fünftausend Dollar. Ich hoffe die reichen für die Reparatur deines Wagens.“, meinte er und blickte auf das zerstörte Taxi. Das Geld würde mit Sicherheit reichen, denn so viel Geld verdiente Dave nicht mal in einem halben Jahr.

    Der junge Mafioso lachte, als er den verdutzten Blick des Taxifahrers sah.

     

    „Wir sind vielleicht kriminell, aber wir sind keine Unmenschen.“. Mit diesem Satz verschwanden er und der Leibwächter wieder in dem Lokal und ließen Dave allein auf der weiten Straße zurück. Er blickte auf seine Armbanduhr. Es war fast ein Uhr morgens. Er würde seinem Boss einige Dinge zu erklären haben… 

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  • Good afternoon!

    Exactly one week after I spent a weekend in Montreal with a close friend, another friend came to see me in Gatineau and I showed him a couple of interesting places in and around Ottawa. Once again, I took a couple of gorgeous pictures that I simply want to share with you. Enjoy the amazing weather. Spring has finally arrived!

    A walk through Ottawa I

     A bridge leading to a building on Green Island on Rideau River 

    A walk through Ottawa II

     Several buildings and monuments close to Rideau Falls

     

    A walk through Ottawa III

    Cannons, documents and flags in an exhibition at Canadian War Museum  

    A walk through Ottawa IV

     Canadian vehicles and weaponry used during the First World War 

    A walk through Ottawa V

    Canadian airplanes, tanks and vehicles used in recent years 

    A walk through Ottawa VI

     A marmot on a field between the Canadian War Museum and Mill St. Brew Pub 

    A walk through Ottawa VII

     An exhibition inside the Canadian Museum of History 

    A walk through Ottawa VIII

     A statue in the Canadian Museum of History 

    A walk through Ottawa IX

     An exhibition in the Canadian Museum of History in Gatineau 

    A walk through Ottawa X

     A look at Ottawa River and Parliament Hill from Gatineau 

    A walk through Ottawa XI

     

     A look at Rideau Canal, Ottawa River and Gatineau just before nightfall 

    A walk through Ottawa XI.V

     Buildings, monuments and playgrounds at Strathcona Park near Rideau River 

    A walk through Ottawa XII

    A building at Macdonald Gardens just before nightfall 

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  • Last Friday, I went once again to the Bell Centre in Montreal to see my fifth concert of American progressive metal band Dream Theater with a good friend of mine. There is no band I have seen more often than this quintet of extraordinary musicians that has been around for more than three decades. If compared to the concerts of Black Sabbath and Iron Maiden, only the lowest levels were open and quite a few spots were empty. It only took a few minutes to get inside the building and straight to our seats. I would guess that less than five thousand people attended the concert that night which is only a third of the crowds that had witnessed the two British heavy metal legends. Even though Dream Theater is less popular than the other two bands, there might be another reason why the attendance was somewhat limited that evening. The band played its last conceptual record ''The Astonishing'' in its entirety without any bonus tracks. The quintet performed for more or less two hours and twenty minutes in total. A short break of twenty minutes between the first and the second act of the album took place after a little bit more than eighty minutes. This gave the few faithful fans like me the occasion to buy one of the appealing new tour shirts which cost fifteen dollars less than Black Sabbath's and Iron Maiden's expensive merchandise. A negative thing I must point out are the exaggerated prices for drinks and snacks at Bell Centre. They expected me to pay sixteen dollars for a large commercial beer in a cheap plastic cup. This is by far the most elevated price for a beer I have ever witnessed at any location around the world. I refused to pay such as price and decided to drink some soda which was still rather expensive at a price slightly above five dollars. Shame on those who are responsible for those decadent prices.

    Dream Theater I

    Let's talk about the concert instead. There were clearly more positive than negative elements but I would like to end my review on a positive note and that's why I need to get a few things off my chest. First of all, I'm sorry to say that there were a lot of antisocials in the crowd. I saw one person who was constantly smoking even though it's strictly prohibited in the building. Other people were constantly trying to film parts of the concert even though it was clearly announced that this was also against the rules. The two guys sitting next to my friend and me were about twenty minutes late to the show, looked extremely grumpy throughout the entire show, sent distracting text messages to their friends instead of paying attention to the show and didn't come back for the second part of the concert. The worst were two noisy men right behind us who were quite drunk, plain stupid or probably both. They were clearly disappointed that the band was only performing songs from its last record and were constantly screaming stuff like ''You're better than that!'' or ''Play Pull Me Under!'' and ''Play Trial of Tears!'' throughout the entire show. They were constantly talking, laughing and mocking the band during their songs and I was very close to call some security guards several times but I didn't want to miss anything of the show because of those two rude wrongdoers. I got the impression that the crowd reaction was really divided. Half of the audience enjoyed the show, cheered the band and even disguised themselves as the different characters of the conceptual story. The other half was either leaving long before the concert ended or tried to disturb the experience for others around them because they didn't understand that it had been obvious for quite some time that the band was playing its last record in its entirety. Those who were not familiar with or didn't like the last album simply shouldn't have come that night. That being said, I must admit that parts of the album are hard to sit through, in particular the boring second half of the first part which is filled with numerous exchangebale ballads dominated by overtly emotional vocals, endless keyboard patterns and uninspired guitar melodies while the rhythm section did everything but an impressive job. Even for faithful fans, the concert had obvious ups and downs.

    Dream Theater II

    Still, it was overall a great concert. The new album sounds much more dynamic on stage than the studio version. The rhythm instruments are almost inaudible on the record and sounded better in concert. The guitar solos had more power as well. The best part were the vocals and James LaBrie delivered one of his very best live performances in recent memory. A big bonus were the spectacular animations on different screens all around the stage that portrayed the complex story in a colourful way inspired by modern graphic novels. Attending this concert was more than just listening to music but watching an animated movie. These visual elements helped me to follow the complex concept and to get easily into the story. The light effects were also spectacular and complemented the animations brilliantly. Before the concert, it was possible to grab a flyer with some background information about the story and its differnet characters plus a detailed set list as if you were attending a theater play. Let's also point out the creative merchandise section with relatively fair prices. Several disguised fans added a lot of atmopshere to an otherwise boring crowd and I almost felt like attending an anime convention. The band had really tried out something completely new and while the ambitious project had its flaws on the album, it worked much better in concert and I'm really glad I attended one of the shows of this unique tour.

    Dream Theater III

    In the end, the positive elements of the show made me quickly forget the few negative factors and especially the controversial crowd in Montreal that was sometimes lacking respect towards other parts of the audience, the band and the security guards. As much as I liked this unique experience, I'm looking forward to a more diversified show with songs from many different albums in the future. My advice for you is to only attend the show if you are familiar with and at least like the band's last double-album.

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  • Exactly three weeks ago, I went to see one of my favorite bands of all times in concert. After work, I took a taxi to the next bus station to get a quick ride from Ottawa to Montreal. I realized I wasn't the only one who had decided to travel for two and a half hours since I met a handful of other fans who attended the same concert on the bus. Once I arrived in Montreal, I met with a good friend of mine and we took the metro to Bell Center. Six weeks earlier I had taken us almost half an hour to get inside the home arena of the Montreal Canadiens for a Black Sabbath concert but that night we found a different entrance and it didn't even take thirty seconds to pass the security measures. That's why we had plenty of time to take a look at the merchandise section. The band had a selection of numerous shirts that cost fifty dollars each. Despite those elevated prices, I decided to grab three shirts: one to support the upcoming Android game Legacy of the Beast, a limited event shirt for the Canadian dates of the tour only and a shirt inspired by the legendary cover artworks of ''Powerslave'' and ''Brave New World'' with a twist of the new ''The Book of Souls'' style. I also bought a huge flag inspired by the last cover artwork for thirty dollars. It was an expensive night but I got some real high-quality products that I display and wear with pride. Up next, my friend and I went to our excellent seats in the front row of the top level. Throughout the entire concert, there were no disturbances and we had an outstanding view despite a sell out crowd of 14,963 people that night.

    The Raven Age

    Opening band The Raven Age hit the stage for a set of seven songs that lasted for a little bit longer than half an hour. Just like heavy metal legends Black Sabbath that chose underwhelming blues rock band Rival Sons as opening band for its important farewell tour, Iron Maiden's choice in favor of melodic metal newcomers The Raven Age that has no international touring experience and only released one EP two years ago, seemed like a poor choice. The reason behind this choice was that the band's guitarist George Harris is actually the son of Iron Maiden bassist and founder Steve Harris. To my surprise, The Raven Age delivered a quite good show compared to the tedious performance by Rival Sons one and a half months earlier. Their music sounded like a mixture of modern alternative rock acts like Fall Out Boy and melodic metal in the key of In Flames without harsh vocals to me. This is definitely not the kind of music most Iron Maiden fans would listen to but the band convinced with a sympathetic interaction with the crowd, a couple of great guitar melodies and solos and a solid vocal performance. The crowd cheered the band and reacted surprisingly positively.

    After a break of a little bit more than half an hour, the tape switched to UFO's famous hard rock anthem ''Doctor Doctor'' which announced that the British heavy metal legend was about to get going. A short and not so impressive animated video clip of Iron Maiden's Boeing 747 stranded in the Central American jungle led to the first sounds of last record's opener ''If Eternity Should Fail''. This song wasn't the best choice as an opener since the track has a rather long overture with overlapping vocal effects that work well on record but not in concert. These vocal parts sounded strangely cacophonous and there were also some minor sound issues concerning specifically the vocals during the first three songs. Once the song sped up, the crowd reacted positively and the British heavy metal legends hit the stage with a lot of energy.

    Iron Maiden I

     

    Drummer Nicko McBrain was solid and joyful on drums despite his age of sixty-three years, bassist Steve Harris was running around the stage and banging his head, guitarist Adrian Smith looked relaxed and his performance was spot on, his colleague Dave Murray kept a very low profile but looked very happy and third and last guitarist Janick Gers was proving his flexibility with his entertaining stunts. The best performer that night was by far singer Bruce Dickinson. Let's not forget that the charismatic singer had beaten cancer last year but he was running around and hitting all the high notes as if he was in the prime of his youth. In addition to this, Bruce Dickinson constantly interacted with the crowd and most importantly spoke only French throughout the entire show which is a big sign of respect for the local crowd. He even underlined that the fans in the beautiful province were the most enthusiastic in the whole world. I'm not sure if Bruce Dickinson makes this kind of comment in front of all bigger crowds but when he said it that night, everybody could feel that he really meant it in that special moment.

    Iron Maiden II

     

    Another element that must be mentioned is the stage setting that recalled both an ancient Mayan temple and the majesty of Iron Maiden's legendary Powerslave tour more than three decades ago. The giant back drops were also originally colorful and changed for each track after a few technical problems during the first three tracks. One could also admire different puppets and statues of band mascot Eddie. Eddie's giant head that appeared behind the drum kit during the band anthem ''Iron Maiden'' and especially the brand-new Mayan Eddie that entered the stage to fight Janick Gers and to get his heart ripped out, cooked up and thrown into the crowd by Bruce Dickinson during ''The Book of Souls'' were absolutely jaw-dropping and added to the bombastic entertainment of the show. A chillingly devilish puppet loomed behind the stage during the opening encore ''The Number of the Beast''.

    Iron Maiden III

    The band played fifteen songs and performed just under two hours. From the new songs, especially the title track ''The Book of Souls'' sounded much more energizing and structured in concert than on the album which was also due to the fitting and memorable effects including the Mayan Eddie, Bruce Dickinson's and Janick Gers' addicting energy, an exotic bowl right behind the drum kit and several light and other special effects. The last record's first single ''Speed of Light'' had a nice nostalgic touch yet tons of energy and was a clear step in the right direction after the less efficient opener. The epic and classic ''The Red and the Black'' was played much faster than the studio version and the band really nailed the exciting instrumental parts in twelve and a half energizing minutes. Among the older tunes, the inclusion of the mysterious epic ''Powerslave'' was a bright decision since it perfectly fit to the theme and style of the more recent material. The last three songs of the regular set ''Hallowed Be Thy Name'', ''Fear of the Dark'' and ''Iron Maiden'' always work great in concert and made the crowd go wild. Many people wondered whether the very last track ''Wasted Years'' would be a good choice to end the show and in my opinion it was refreshing to conclude an amazing set with one of the band's catchiest and most emotional hits instead of another classic epic. The band really poured its heart and soul out during the performance of this final masterpiece that satisfied the crowd which saluted the band with long and loud standing ovations long after the six artists had already left the stage.

    Iron Maiden IV

    In the end, Iron Maiden delivered a constantly entertaining, perfectly choreographed and refreshingly juvenile performance that satisfied everyone in the large sellout crowd. This was the second time I have seen Iron Maiden and this concert was even more diversified, enthusiastic and personal than the show I had witnessed five and half years earlier at the same place. The band really proved that it's still one of the very best live bands on the planet in 2016. This concert didn't beat the incredible performance by Black Sabbath I had witnessed at Canadian Tire Center in Ottawa back in 2014 but it's a realistic candidate for the second best concert I have ever attended. Needless to say that I would immediately go see the band again in concert if they came around with some new material in a few years. If you haven't seen the band yet and care only a little bit about rock and metal music, you should go see this band as soon as you can.

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  • Good afternoon!

    Over the past few weeks, I've spent quite a lot of time in Montreal to attend numerous concerts with some of my friends. A couple of concert and theater play reviews are coming soon. Since spring has finally arrived, one of my friends and I also took a walk through the city yesterday and we took a couple of random pictures that I simply wanted to share with you. Have fun and enjoy the beautiful weather!

    A walk through Montreal I

     My buddy in front of his new  dwelling where he is living in a bunker

    A walk through Montreal II

     A random picture of my friend taken in front of a nearby building  

    A walk through Montreal III

     What a beautiful fountain... without any water

    A walk through Montreal IV

     A great view on Montreal from Saint-Joseph's Oratory

    A walk through Montreal V

     Picture of a little chapel beside Saint-Joseph's Oratory

    A walk through Montreal VI

     My friend doesn't seem to appreciate Brother André... don't ask me why...

    A walk through Montreal VII

     My buddy pulls a Pierre Karl Péladeau... in French, please!

    A walk through Montreal X

    A creepy road beside a sinister wood atop of Mont-Royal

    A walk through Montreal VIII

     A nice view on Montreal's other side

    A walk through Montreal IX

     In front of some statues at Cemetary Notre-Dame-des-Neiges

    A walk through Montreal XI

    My friend in front of the supermarket ''Atlantique'' where I use to buy some German food

    A walk through Montreal XII

    In front of an independent record store with a new EP by Canadian progressive thrash metallers Voivod and a limited vinyl of Iron Maiden's new single 

    A walk through Montreal XIII

     My  friend in front of Institute Raymond-Dewar

    A walk through Montreal XIV

     Fooling around at Square Saint-Louis

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